
EHC Chur beendet Saison mit einer guten Leistung
| von Hansruedi Keller / 17.02.2012
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Der EHC Chur hat gestern Abend das dritte Spiel der Best-of-5-Viertelfinalserie in Winterthur nach Verlängerung mit 2:3 verloren. Die Saison ist für Chur damit beendet.
Starken Einfluss auf diese Niederlage hatte Schiedsrichter Leutenegger, der vor allem in der Verlängerung Chur ganz klar benachteiligte, was auch im Strafenverhältnis von 13 zu 5 zum Ausdruck kommt. Zuerst gab der Schiedsrichter zu Beginn der Verlängerung eine Strafe gegen Winterthur wegen unkorrektem Wechsel, doch nahm er diese aus unerklärlichen Gründen zurück. Dann erfand er eine Strafe gegen Näf (der einen fairen Check anbrachte), was die Winterthurer gegen die nun völlig ab der Rolle gekommenen Gäste zum Siegtreffer ausnützten.
Guter Start
Das Spiel begann für Chur ausgezeichnet, denn bereits nach 44 Sekunden hiess es 1:0 für die Gäste. Beim ersten Churer Angriff gelangte ein Abpraller von einem Schlittschuh zum völlig freistehenden Livio Roner, der keine Mühe hatte, die Scheibe ins leere Tor zu schieben. Doch bereits bei der ersten Strafe gegen Chur änderte das Resultat zum 1:1. Zwei Bündner versuch- ten hinter dem Tor an die Scheibe zu kommen, was ihnen aber nicht gelang. Der vor dem Tor vergessen gegangene Marco Tanner verwertete vielmehr den Rückpass von Mattia Guidotti (5.) zum Ausgleich.Wenig später zeigte Enzo Corvi ein beeindruckendes Solo, doch Remo Trüb liess sich nicht bezwingen. Die stets leicht überlegenen Winterthurer schienen gegen Drittelsende einen weiterenTreffer erzielen zu können, doch der eigensinnig agierende Rafael Geiser schoss die Scheibe kläglich übers leere Tor.
Neininger profitiert von Fehler
Auch zu Beginn des Mitteldrittels lag ein Winterthurer Treffer in der Luft: Spencer Rezek tauchte völlig alleine vor Florian Kindschi auf (22.), der jedoch mit einer Glanzparade die pas- sende Antwort bereit hatte. Drei Minuten später spielte Torhüter Trüb die Scheibe direkt zum allein stehenden Tommy Neininger, der sich mit dem 2:1 bedankte. Das sofortige Ersetzen des «Sünders» durch Trainer Studer hat dem Torhüter sicher nicht bei der Verarbeitung dieses Schnitzers geholfen.Winterthur schien nun etwas verunsichert, es häuften sich die Fehler, und Chur kam so immer wieder zu Kontern. In der 34. Minute eroberten die Gäste die Scheibe, und Marc Näf traf mit seinem Knaller lediglich den Pfosten. Bei einem schnellen Churer Angriff kam Corvi vor dem Tor in Scheibenbesitz, konnte diese aber nicht wunschgemäss kontrollieren und scheiterte.
Corvi und Lüdi vergeben Chancen
Im dritten Drittel hatte Winterthur durch Loser (44. darüber) und M. Guidotti (50. Latte) zwei gute Möglichkeiten (53.). In einem weiteren Powerplay kam dann der Favorit durch Steven Schmid aus der Drehung heraus zum Ausgleich. Corvi (56.) und Lüdi (57.) verpassten ihrerseits die Entscheidung, wie auch Winterthurs Büsser (59.), der nur den Pfosten traf, wodurch eine Verlängerung notwendig wurde.
Kommentar von Sportredaktor Jürg Sigel
Das Saisonziel klar übertroffen
Gegen Winterthur, das klar beste Eishockey-Team der 1.-Liga-Gruppe 1, ist der EHC Chur gestern in den Play-off-Viertelfinals ausgeschieden. Das war vorhersehbar und ist nicht als Scheitern zu verstehen. Denn die Saisonvorgabe, die Wahrung der Ligazugehörig- keit, hatte der Stadtklub mit dem Erreichen eines Platzes in den Top 8 bereits erreicht. Indem der Fall in die Abstiegsrunde verhindert werden konnte, wurde das Ziel, das Sportchef Roland Hemmi immer wieder erwähnte («Ein Punkt mehr als der Tabellenletzte.») sogar weit übertroffen.
Nach zwei Jahren in der 2. Liga hat Chur einEtage höher eine für einen Neuling erstaunlich gute Saison gespielt. Mutig hatten die Verantwortlichen mit Marco Pargätzi einen noch nicht über 1.-Liga-Erfahrung verfügenden Headcoach verpflichtet. Pargätzi musste lernen, er machte – logisch für einen «Neuling» – (noch) nicht alles richtig. Aber so grosse Fehler, wie viele meinen, können es nicht gewesen sein. Sonst würde sich Chur jetzt durch die Relegationspoule zittern.
Pargätzi hatte es insofern nicht leicht, als viele Spieler, die Leistungsträger hätten sein sollen, dies nie oder nur ganz selten waren. Pargätzi musste machtlos von der Bande aus mitansehen, wie seine Stürmer in jeder Partie mit besten Torchancen fahrlässig umgingen. Was der Coach aber schaffte: Unter seinen Fittichen machten mehrere junge Akteure in dieser Meisterschaft grosse Fortschritte, gleich beide Torhüter waren 1.-Liga-Topklasse, die Defensivarbeit verrichtete die Mannschaft mit Bravour.
Was besonders verblüffte: In vielen Begegnungen zwang Chur dem Gegner das Spiel auf. Dass nicht sogar der Sprung in die Top 6 gelang, lag einzig und allein an der fehlenden Effizienz vor dem gegnerischen Kasten. Hier ist Handlungsbedarf zwingend. Der EHC Chur braucht zwei, drei torgefährliche Stürmer. Denn, nur dann, können nächste Saison die Ziele ein bisschen nach oben geschraubt werden. Und die Ansprüche dieses Vereins müssen wieder grösser werden. Das ist er allein seinem treuen Anhang schuldig.
jsigel@suedostschweiz.ch
Playoff
Donnerstag - 16. Februar 2012
- 20:00 Uhr
Eishalle Deutweg - 1194 Zuschauer
Spieltelegramm Regio League
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