Der EHC Chur Capricorns kann mit dem Zuzug von Andrea Camichel, vom NLB-Vertreter HC Thurgau, einen Top-Transfer vermelden. Nach dem verpassten Saisonziel, dem sofortigen Wiederaufstieg in die 1. Liga, kann die geplante Vorwärtsstrategie mit dem Zuzug von Andrea Camichel sicherlich untermauert werden
Der EHC Chur enttäuscht weiter auf der ganzen Linie. Auch im zweiten Spiel gegen Bellinzona verliert er – zwar knapp 3:4 – aber verdient. Eine ganz bittere Pille. Zeigt Chur nicht ein anderes Gesicht bereits am Donnerstag, heisst es Lichterlöschen im Hallenstadion.
Das zweite Playoff-Halbfinalspiel zwischen Chur und Bellinzona war erst nach 54. Minuten so richtig lanciert mit dem Ausgleichstreffer Bellinzonas zum 1:1. Denn danach ging es Schlag auf Schlag: Ivo Simeon traf in Überzahl zum neuerlichen Führungstreffer für die Churer. Wer die Entscheidung erwartet hatte, sah sich getäuscht. Nur zwei Minuten später glichen die Tessiner zum 2:2 aus und hatten das Momentum auf ihrer Seite. Einen wirklich kurzen Moment, denn Nidal Agha stocherte den Puck rund zwei Minuten vor Schlusssirene zum 3:2 für die Gäste über die Torlinie. Jetzt die Entscheidung? Mitnichten. Wieder kippte das Momentum. Pietro Juri rettete Bellinzona 40 Sekunden vor Schluss mit dem Treffer zum 3:3 in die Verlängerung. Nicht unverdient. Denn die Leistung der Churer war in der regulären Spielzeit über weite Strecken katastrophal. Nichts passte. Ein Bild, wie es die Churer Anhänger in den Playoffs vielfach zu sehen bekam. Kein Spielsystem war zu erkennen. Die Angriffsbemühungen erstickten die Churer mit vielen Fehlpässen gleich selbst im Keim. Die spärlichen Chancen entstanden hauptsächlich durch Eigenleistungen, mit Ausnahme von Tommy Neininger in der achten Minute vergaben die Churer Angreifer bis zu den chaotischen Schlussminuten aber alle. Der EHC Chur Capricorns konnte sich beim – bis dahin – starken Marco Jossi im Tor bedanken, der Chance um Chance der spielfreudigeren Gastgeber zu Nichte machte.
Ausgerechnet Jossi machte in der Verlängerung eine schlechte Figur. Just, als die Churer auf den Siegestreffer drückten und ihre stärksten Minuten hatten. Wieder war es Bellinzonas Pietro Juri, der einen Stellungsfehler Jossis eiskalt ausnützte und die Partie zugunsten der Tessiner entschied. Den Churer Anhänger blieb nur der Frust: Frust über den Schiedsrichter, über die provokativ überschwänglich feiernden Bellinzona-Spieler, über die nun (fast) aussichtslose Situation – und nicht zuletzt der Frust über die eigene Mannschaft.
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